Posts Tagged ‘Übersetzung und Lokalisierung’

KI für Stimmen, Sprachaufnahmen und Voice-Over-Übersetzungen

Posted on: Oktober 28th, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

Kann die KI helfen, hochwertige Inhalte in jeder Sprache zu erstellen und dabei Unternehmenssprache und Besonderheiten einhalten?

Heute führen wir ein Interview mit David Heider, dem Inhaber eines STAR-Partner-Tonstudios in Tschechien, um diese spannende Frage zu beleuchten: Kann die künstliche Intelligenz im Bereich der Video- und Audio-Produktionen effizient eingesetzt werden?

STAR: David, seit wann bietet ihr professionelle Audioproduktionen an?

Unser Tonstudio bietet seine Dienste seit 1999 an, und wir haben uns auf das gesprochene Wort spezialisiert. Wir decken zwei verschiedene Bereiche ab: erstens die „Unternehmenswelt“ mit Aufzeichnungen von Material für interne Zwecke wie E-Learnings. Dazu gehört auch die Lokalisierung von unternehmensinternen Systemen und Software. Das können entweder Schulungsmaterial oder verschiedene webbasierte Plattformen mit Sprachausgabe sein oder automatische Operatoren auf Ihrem Telefon, Navi usw. – kurz gesagt, verschiedene Anwendungen, bei denen wir den Ton häufig wortweise oder sogar Silbe für Silbe schneiden müssen und wo anschließend alles von einem System zu Sätzen und ganzen Nachrichten zusammengesetzt wird.

Der zweite Bereich bewegt sich mehr im künstlerischen Umfeld und umfasst u.a. Werbung und Werbevideos. Dieser unterscheidet sich von der erwähnten „Unternehmenswelt“ dadurch, dass es nicht nur um die Vermittlung von Inhalten geht, sondern vielmehr um eine Form, die Zuhörende ansprechen und attraktiv auf sie wirken soll. Wir brauchen hier also Profis, die sich künstlerisch ausdrücken und ihre Stimme gekonnt einsetzen können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unser erster Aktionsbereich vor allem der Information dient. Hier geht es um Inhalte, wo die Nutzenden, um es etwas deutlicher zu sagen, keine große Wahl haben, da sie in der Regel zuhören müssen. Dahingegen zielen die künstlerischen Produktionen darauf ab, das „Publikum“ in irgendeiner Weise zu verführen, und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch formal.

Tonstudio

STAR: Dies führt mich zwangsläufig zur nächsten Frage: Kann KI bei eurer Arbeit eingesetzt werden?

Die KI ist ein erstaunliches Werkzeug und bietet zahlreiche Vorteile. Wir brauchen uns zum Beispiel nicht mit einem Sprecher oder einer Sprecherin in Verbindung setzen und einen Termin vereinbaren; die KI ist jederzeit erreichbar.

STAR: Setzt ihr bereits KI ein?

Ja. Für die Aufbereitung und Produktion von Audio-Material setzen wir z.T. KI ein. Das Ganze hat aber auch eine Kehrseite. In den meisten Sprachen wirkt die KI -Stimme künstlich oder langweilig, vor allem nach längerem Hören.

STAR: Kann KI nicht intonieren?

Intonieren an sich ist meist nicht das Problem, aber bei der KI passiert das leider stereotyp, was wirklich ungünstig ist. Oft wird die Kernbotschaft nicht unterstrichen, die ein Mensch ja im Normalfall durch besondere Betonung ausdrückt. Und wenn man sich eine KI-Aufnahme anhört, hat man dieses sich wiederholende Klischee im Ohr, das mit der Zeit beginnt zu nerven, da man das Gefühl nicht los wird, dass es eigentlich nur „Copy-Paste“ ist. In der englischen Sprache finde ich es im Vergleich deutlich besser als in anderen Sprachen, da kann die KI mit variabler Intonation arbeiten und die Stimme sehr natürlich und lebendig wirken lassen, aber bei allen anderen Sprachen haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bis das passiert. Aktuell klingen die anderen Sprachen noch sehr „plastisch“.

STAR: Gibt es weitere Nachteile von KI-Stimmen?

Es gibt noch einen zweiten Punkt, der meiner Meinung nach schwerwiegender ist, insbesondere beim E-Learning. Wie bei jeder KI hängt die Qualität des Ergebnisses von der Qualität des Inputs ab. Auch bei der Stimme muss man immer den Inhalt richtig vorbereiten. Vielleicht liest die KI nicht alle Abkürzungen richtig, wie sie in einer bestimmten Unternehmenskultur gelesen werden. Jedes Unternehmen hat einen bestimmten Firmenjargon, und die KI wird dies nicht berücksichtigen. Dies gilt auch für unterschiedliche Produktnamen, Ortsnamen oder Fremdwörter. Wenn im Englischen zum Beispiel französische Namen auftauchen, stellt sich die Frage, ob sie auf Französisch oder Englisch gelesen werden.

STAR: Wie lässt sich das erklären?

Nur die Mitarbeitenden eines Unternehmens sind mit der Unternehmenssprache wirklich vertraut und wissen, weshalb manchmal aus unternehmensinternen oder Marketing-Gründen von einer Sprachregel abgewichen wird. Die Hörenden sind Insider, d. h. sie wissen in der Regel Bescheid. Und die Unternehmen müssen konsequent sein, denn sonst klingt es in ihren Ohren fremd. Manchmal kann ein Begriff oder eine Abkürzung natürlich falsch verstanden werden, entweder phonetisch oder in Bezug auf den Namen, aber das ist einfach die Art und Weise, wie es in dem Unternehmen gemacht wird, und wir sollten es respektieren. 

STAR:  Welche weiteren Herausforderungen gibt es?

Abkürzungen und andere Besonderheiten sind eine große Herausforderung für die KI. Sie erfordern meistens viele Anpassungen und Korrekturen, was dazu führen kann, dass der Endpreis ähnlich hoch ist wie bei einem klassischen Voice-Over. Wir müssen einen Aussprachehinweis erstellen oder den Text so bearbeiten, dass er für die KI gut lesbar ist. Dies ist sehr zeitaufwendig, daher ist KI für ein einmaliges Projekt wenig sinnvoll. Darüber hinaus führen wir nach der KI zusätzlich ein Proof-Listening durch, d. h. ein Check-Listening.  

STAR: Macht ihr bei menschlichen Sprecher*innen kein Proof-Listening?

Wenn wir bei der Aufnahme zusätzlich zum Sprecher oder zur Sprecherin zu zweit sind, machen wir das nicht mehr, weil wir während dieser Aufnahme alles hören und prüfen können. Die Ausnahme bilden Sprachen, die wir nicht verstehen, wie z. B. asiatische Sprachen. Aber im Falle der KI wissen wir nicht im Voraus, was sie weiß und lesen kann. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Nehmen Sie die Einheit „Megapascal“, abgekürzt mit „MPa“. Die KI kann sie als „em-pee-ah“ lesen, was für eine*n Techniker*in völliger Unsinn ist. Wir müssen also herausfinden, wie wir sie dazu bringen können, es richtig als „Megapascal“ zu lesen.

Manchmal kommt es vor, dass wir die Aufnahme durchgehen, sie uns richtig erscheint, aber dann findet der Kunde etwas, das nicht zu seiner Unternehmenskultur passt. Deshalb denke ich, dass KI zwar in bestimmten informativen Texten ein nützliches Werkzeug ist, das die Arbeit schneller und billiger machen kann, und ich empfehle es gerne, aber in den Händen eines unerfahrenen Benutzenden kann sich die KI sich unvorhersehbar verhalten, und das Endprodukt wird mehr Enttäuschung als Begeisterung über die eingesparten Ressourcen hervorrufen.

STAR: Gibt es einen finanziellen Unterschied?

Ja, durch den Einsatz von KI sinkt das Budget auf etwa die Hälfte oder zwei Drittel, da die Arbeit hauptsächlich von einer Maschine erledigt wird und keine Sprechprofis in den Prozess eingebunden sind. 

STAR: Wie geht ihr vor, wenn eine Aufnahme nicht für KI geeignet ist?

Wir sind der Garant für Qualität, und wenn wir ernsthafte und berechtigte Zweifel daran haben, dass KI zum richtigen Ergebnis führt, informieren wir den Kunden. Kunden möchten aber auch persönliche Erfahrungen machen. Ich versuche dann zunächst, darauf hinzuweisen, nach dem Motto: „Seien Sie nicht enttäuscht, aber ich denke, dass KI für dieses spezielle Projekt nicht geeignet ist.“ Wenn ich das Gefühl habe, dass ich alles beschrieben habe, überlasse ich ihnen die Entscheidung. Aber in manchen Fällen ist sich der Kunde selbst unsicher und nimmt unsere Unterstützung dankbar an.

STAR: Vielen Dank, David, für diese äußerst interessante Diskussion über KI bei Audioaufnahmen.

Bild von David

KI-Stimmen sind noch nicht perfekt, und die menschlichen Stimmen gewinnen immer noch das Rennen. Sie sind in der Lage, Gefühle zu vermitteln und einen starken Eindruck zu hinterlassen. KI-Stimmen sind allerdings eine günstige Alternative. Lassen Sie sich gerne von uns beraten.

David Heider,
Inhaber eines STAR-Partner-Tonstudios in Tschechien

Wie Übersetzungen mit COTI Level 3 beschleunigt werden können

Posted on: August 1st, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

In der schnelllebigen Welt der Übersetzungs- und Lokalisierungsindustrie ist Effizienz der Schlüssel zum Erfolg. Eine Lösung, die dabei eine wichtige Rolle spielen kann, ist der Common Translation Interface (COTI) Standard, insbesondere in seiner hochentwickelten Form als COTI Level 3. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Standard und wie kann er Übersetzungsprozesse beschleunigen?

Was ist der COTI-Standard?

Der Common Translation Interface (COTI) Standard wurde speziell für die Übersetzungs- und Lokalisierungsindustrie entwickelt, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Softwaretools und Systemen zu verbessern. Der COTI-Standard definiert ein herstellerunabhängiges Format für den Austausch von Daten zwischen Translation Memory Systemen (TMS) und Redaktionssystemen, wie Content Management Systemen (CMS) und anderen Tools, die in der Branche verwendet werden.

Höherer COTI-Level, höhere Automatisierung

COTI Levels bauen aufeinander auf und bieten verschiedene Stufen der Integration und Automatisierung:

  • Level 1 – Core Features: Übersetzungsdaten werden in einer definierten Struktur gespeichert, als ZIP-Datei mit der Endung .coti komprimiert und mit Meta-Informationen angereichert. Der Datenaustausch erfolgt manuell, doch durch die Meta-Informationen und fixe Struktur lassen sich die Pakete vom empfangenden System leicht interpretieren.
  • Level 2 – Extended Features: Hier wird der Transfer der COTI-Datenpakete automatisiert. Das Redaktionssystem erzeugt ein Paket, das automatisch von einem TMS erkannt und importiert wird, sobald es in einen gemeinsamen Austauschordner (Hotfolder) gelegt wird, der permanent überwacht wird. Meta-Informationen ermöglichen dem empfangenden System beispielsweise eine automatisierte Auftrags-Anlage.
  • Level 3 – Expert Features: Die höchste Stufe der Integration bietet eine vollautomatisierte Datenübertragung zwischen den Systemen. Es ist keine manuelle Erstellung oder Überwachung von Paketen mehr nötig. Stattdessen erfolgt der Austausch von Übersetzungsdaten und Meta-Informationen über eine API-Schnittstelle zwischen Redaktionssystem und TMS. Neben den Übersetzungsdaten können so auch Statusinformationen wie z.B. der Übersetzungsfortschritt übermittelt werden.

 

Diagramm des COTI-Workflows zwischen Kunde und Sprachdienstleister. Links steht "Kunde" mit den Punkten CMS, PIM und ERP, rechts steht "Sprachdienstleister" mit den Punkten Übersetzung, Terminologie und Review. In der Mitte zeigt ein Doppelpfeil den Datentransfer von COTI Level 1bis 3 an.

Vorteile der Vollautomatisierung mit COTI Level 3

Die Implementierung von COTI Level 3 bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die den Übersetzungsprozess erheblich verbessern können:

  • Schneller Datenaustausch: Durch die vollautomatisierte API-Schnittstelle werden Übersetzungsdaten nahtlos und ohne Verzögerungen zwischen Systemen ausgetauscht.
  • Effizienzsteigerung: Große und komplexe Übersetzungsprojekte können effizienter bearbeitet werden, da keine manuellen Schritte mehr erforderlich sind.
  • Rund-um-die-Uhr-Betrieb: Die Automatisierung ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb ohne menschliche Intervention, was zu einer rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Übersetzungsdaten führt.
  • Sicherheit: Durch die Eliminierung manueller Schritte wird das Risiko menschlicher Fehler minimiert, was einen sichereren Datenaustausch gewährleistet.
  • Zeit- und Kostenersparnis: Die Vollautomatisierung führt zu einer signifikanten Zeitersparnis und reduziert gleichzeitig den operativen Aufwand und die Kosten für Übersetzungsprojekte.

Fazit

Die Einführung von COTI Level 3 markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Übersetzungsbranche, der nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Qualität und Zuverlässigkeit der Übersetzungsprozesse verbessert. Durch die nahtlose Integration und automatisierte Datenübertragung können Unternehmen ihre globale Reichweite erweitern und gleichzeitig Zeit und Ressourcen sparen.

Aktuell können folgende Redaktionssyteme COTI-Pakete verschiedenster Levels ausspielen:

Mit dem Translation Memory-System STAR Transit NXT und unserer Workflow-Lösung STAR CLM bieten wir Ihnen Anbindungen auf allen 3 Levels, um optimal, sicher und schnell Daten auszutauschen und Übersetzungsprozesse zu beschleunigen.

Wir verarbeiten Ihre COTI-Pakete automatisiert mittels STAR CLM! 

Lassen Sie sich beraten – nehmen Sie Kontakt auf.

Top-Sprachdienstleister – STAR Group auf Platz 1 in der DACH-Region

Posted on: Mai 7th, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

Die STAR Group gehört laut dem neuen Slator– und Nimdzi-Index 2024 zu den TOP 25 Sprachdienstleistern der Welt. In der DACH-Region rangiert STAR nach geprüftem Umsatz sogar auf Platz 1!

STAR als „Super Agency“ ausgezeichnet

Mit der Auszeichnung „Super Agency“ wird STARs vollumfängliches Angebot rund um Sprachlösungen und Übersetzungsdienstleistungen anerkannt. Auch die Eigenständigkeit der STAR Group und ihr Umsatz von mehr als 200 Mio. USD sind Kriterien für diese wichtige Einordnung.

Slator- und Nimdzi-Rankings essentiell für Top-Sprachdienstleister

#Slator-und #Nimdzi-Index listen die wichtigsten Unternehmen der Sprachindustrie auf der ganzen Welt in den Bereichen Übersetzung, Lokalisierung, Dolmetschen und Sprachtechnologie.

Dank ihrem erfolgreichen Geschäftsmodell, den hervorragenden Kundenbeziehungen und einer Expertise, die ihresgleichen sucht, differenziert sich die STAR Group und macht diesem großartigen Ranking alle Ehre!

Mit zwei Niederlassungen in Deutschland und über 100 Mitarbeitenden ist STAR Deutschland ein einzigartiger Partner für Ihre Unternehmenskommunikation.

 

Sie wünschen einen Top-Sprachdienstleister als Partner für Ihre Übersetzungsprojekte?
Wir unterstützen Sie – nehmen Sie Kontakt auf.  

Übersetzungsprozesse mit Large Language Models und KI – Webinar

Posted on: März 11th, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

Die sog. Large Language Models (LLMs) könnten zu einem starken Bindeglied zwischen Mensch und Maschine im Rahmen von Sprachprozessen werden.
Doch wo genau liegen die Vorteile dieser Technologie?

Dieser und weiteren wichtigen Fragen geht unser MT-Experte Julian Hamm im Rahmen des TechTalks „LLM Use Cases in Language Services“ von lingo systems nach und gewährt Einblicke in die Welt der Sprachtechnologien und CAT-Tool-Entwicklung.
Neugierig geworden?

STAR und lingo systems laden zum TechTalk ein

Sichern Sie sich jetzt Ihr kostenloses Ticket und seien Sie am 13.03.24 von 15 bis 16.30 Uhr live dabei. Der TechTalk findet auf Englisch statt.

Wir freuen uns auf Sie!

Navigieren mit Co-Pilot KI – Große Sprachmodelle unter der Lupe

Posted on: Februar 27th, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

Kaum ein Wort hat das Jahr 2023 so geprägt wie „KI“.
Doch was bedeutet dieses Buzzword eigentlich für Übersetzungs- und Sprachprozesse?
Ist es nun an der Zeit, die noch relativ junge Technologie der neuronalen maschinellen Übersetzung (NMT) in den Ruhestand zu schicken und künftig voll und ganz auf große Sprachmodelle (LLMs) umzusteigen?

Tippst du noch oder prompst du schon?

Wie verändert sich dabei die Arbeit von professionellen Übersetzer*innen?
Der Mensch am Steuer, die KI als Co-Pilot. Doch wie genau könnte das im Übersetzungsalltag aussehen?
Das lernen Sie im Rahmen unseres einstündigen Webinars.

Chancen und Herausforderungen neuer Sprachtechnologien

Dabei geht es ganz konkret um die Frage, wie sich mithilfe großer Sprachmodelle Kernprozesse im Übersetzungsbereich optimieren lassen, z. B. bei Qualitätssicherung, Post-Editing und Terminologiemanagement.

Neben einer strategischen Herangehensweise an das sogenannte Prompt Engineering lernen Sie auch anhand praktischer Beispiele, wie CAT-Tools zukünftig aufgestellt sein müssen, um Sprachexpert*innen bei ihrer Arbeit optimal unterstützen zu können.
Vorkenntnisse: Grundlegende Kenntnisse zum Umgang mit CAT-Tools und maschineller Übersetzung

MT-Expertise aus dem Hause STAR

Der Referent Julian Hamm, Übersetzer (M.A.), ist seit 2018 in der Sprachdienstleistungsbranche tätig.
Bei der STAR Deutschland GmbH koordiniert er als Machine Translation Consultant die Umsetzung von MT-basierten Workflows und berät intern und extern rund um die spannenden Themen MT und Sprachtechnologien.

Der Mensch am Steuer, die KI als Co-Pilot – neugierig, was die Zukunft bereithält? Sichern Sie sich Ihren Platz für das tekom-Webinar unter Veranstaltungen (tekom.de) und steigen Sie am 14.03.24 um 16.30 Uhr ein.

Wir freuen uns auf Sie – melden Sie sich noch heute an!

Tierisch gut | Vachement bien – Kuriose Redewendungen aus Frankreich

Posted on: Januar 30th, 2024 by Frank Wöhrle No Comments

Wie vielfältig eine Sprache ist, zeigt sich eindrücklich an der Fülle ihrer Redewendungen. Sie beschreiben Gefühle und Situationen anschaulich, häufig mittels Assoziationen im Tierreich. Dass viele Tiere in Redensarten auftauchen, ist kein Zufall, schließlich leben Mensch und Tier bereits seit Tausenden von Jahren eng zusammen. Nicht überall werden demselben Tier jedoch auch dieselben Eigenschaften zugesprochen. Zudem sind die natürlichen Lebensräume von Tieren von spezifischen Aspekten wie Klima, Höhe etc. abhängig, und unterschiedliche Lebensumstände oder Bräuche haben in der Vergangenheit unterschiedliche Redewendungen hervorgebracht.

Redewendungen aus der Tierwelt – oftmals nicht wörtlich zu übersetzen

Wir bringen Ihnen hier einige tierische Redewendungen aus der französischen Sprache näher und erläutern ihre Bedeutung im Deutschen. Sie werden feststellen, dass die deutschsprachigen Pendants häufig entweder gar keinen tierischen Bezug oder ganz andere Tierassoziationen enthalten.

Die Sprache der Tiere… zum Einstieg geht es um die Kuh

  • On n’a pas gardé les vaches ensemble
    (wörtlich übersetzt: Wir haben nicht zusammen Kühe gehütet.)
    Die deutsche Sprache zieht hier die Schweine vor: Wir haben nicht zusammen Schweine gehütet.
  • Chacun son métier et les vaches seront bien gardées
    (wörtlich übersetzt: Jedem sein Beruf, und die Kühe sind wohl gehütet.)
    Im Deutschen wird die Kuh einfach zum Schuster: Schuster, bleib bei deinen Leisten!
  • Il pleut comme vache qui pisse
    (wörtlich übersetzt: Es regnet, als würde eine Kuh urinieren.)
    Vornehmer klingt diese Redewendung auf Deutsch: Es regnet wie aus Kübeln.
  • Manger de la vache enragée
    (wörtlich übersetzt: eine tollwütige Kuh essen)
    Wenn es gar nichts mehr zu essen gibt, fehlt im Deutschen auch sprachlich das tierische Element: am Hungertuch nagen.

Auch der Hund ist stark vertreten

  • Arriver comme un chien dans un jeu de quilles
    (wörtlich übersetzt: wie ein Hund bei einem Kegelspiel ankommen)
    Die deutsche Entsprechung: wie ein Blitz aus heiterem Himmel
  • Un chien regarde bien un évêque
    (wörtlich übersetzt: Ein Hund schaut doch einen Bischof an.)
    Das deutschsprachige Pendant: Ansehen kostet nichts.
  • Entre chien et loup
    (wörtlich übersetzt: zwischen Hund und Wolf)
    Auf Deutsch sagen wir: in der Abenddämmerung
  • Avoir du chien
    (wörtlich übersetzt: Hund haben)
    Die entsprechende Redewendung im Deutschen: das gewisse Etwas haben
  • Se regarder en chiens de faïence
    (wörtlich übersetzt: sich wie Hunde aus Steingut anstarren)
    Auf Deutsch sagen wir: sich misstrauisch beäugen
  • Nom d’un chien !
    (wörtlich übersetzt: Name eines Hundes!)
    Auf Deutsch fluchen wir so: Um Himmels willen!
  • Avoir un mal de chien pour faire quelque chose
    (wörtlich übersetzt: einen Hundeschmerz dabei verspüren etwas zu tun)
    Die deutsche Entsprechung: jemanden wahnsinnige Mühe kosten

Redewendungen rund um den Wolf

  • Être connu comme le loup blanc
    (wörtlich übersetzt: bekannt sein wie der weiße Wolf)
    Im Deutschen ist die Farbpalette etwas größer: bekannt sein wie ein bunter Hund.
  • La faim fait sortir le loup du bois
    (wörtlich übersetzt: Der Hunger treibt den Hund aus dem Wald.)
    Die deutsche Sprache bedient sich eines anderen Tieres: Der Hunger treibt den Fuchs aus dem Bau.
  • Les loups ne se mangent pas entre eux
    (wörtlich übersetzt: Die Wölfe fressen sich nicht gegenseitig.)
    Das deutschsprachige Pendant: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
  • Avoir une faim de loup
    (wörtlich übersetzt: einen Wolfshunger haben)
    In Deutschland assoziieren wir ein anderes Tier mit großem Hungergefühl: einen Bärenhunger haben.
  • Se jeter dans la gueule du loup
    (wörtlich übersetzt: sich ins Maul des Wolfes stürzen)
    Hier geht’s im Deutschen noch etwas exotischer zu: sich in die Höhle des Löwen begeben.
  • Quand on parle du loup, on en voit la queue
    (wörtlich übersetzt: Wenn man vom Wolf spricht, sieht man dessen Schwanz.)
    Wenn man vom Teufel spricht, …
  • S’approcher à pas de loup
    (wörtlich übersetzt: sich mit Wolfspfoten nähern)
    Auf Deutsch sagen wir: angeschlichen kommen

Zwei Fliegen mit einer Klappe…

In französischen Redewendungen, die nur selten ein deutsches Pendant mit Tieren haben, kommt die Fliege sehr oft vor:

  • Prendre la mouche
    (wörtlich übersetzt: die Fliege nehmen)
    Auf Deutsch sagen wir: gleich böse oder beleidigt werden.
  • Quelle mouche t’a piqué?
    (wörtlich übersetzt: Welche Fliege hat dich gestochen?)
    Hier bedienen wir uns im Deutschen eines noch etwas unscheinbareren Tiers: Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?
  • On n’attrape pas les mouches avec du vinaigre
    (wörtlich übersetzt: Man fängt keine Fliegen mit Essig.)
    Das deutsche Pendant: Durch Milde erreicht man mehr als durch Strenge.
  • Il n’y a pas une mouche qui vole
    (wörtlich übersetzt: Es fliegt keine einzige Fliege.)
    Keine Fliege auf Deutsch, sondern: Es ist mucksmäuschenstill.
  • Faire mouche
    (wörtlich übersetzt: Fliege machen)
    Dies bedeutet, dass man sein Ziel erreicht hat. „Den Nagel auf den Kopf treffen“ ist die entsprechende deutsche Redewendung.

Lass die Katze aus dem Sack!

Wie im Deutschen, ist auch im Französischen die Katze „sprichwörtlich“ sehr beliebt:

  • Il n’y a pas un chat
    (wörtlich übersetzt: Es ist keine Katze unterwegs.)
    Das deutsche Pendant lautet: Es ist keine Menschenseele da.
  • La nuit, tous les chats sont gris
    (wörtlich übersetzt: Nachts sind alle Katzen grau.)
    Und damit ein Volltreffer! Wir haben es mit einem identischen Sprichwort zu tun. Scheinbar sind die Nächte diesseits und jenseits des Rheins ganz ähnlich!
  • Il n’y a pas de quoi fouetter un chat
    (wörtlich übersetzt: Es ist nicht nötig eine Katze dafür zu peitschen.)
    Auf Deutsch: Es ist halb so wild / Da ist nichts dabei.
  • Avoir d’autres chats à fouetter
    (wörtlich übersetzt: andere Katzen zu peitschen haben)
    Auf Deutsch sagen wir: Wichtigeres zu tun haben
  • Appeler un chat un chat
    (wörtlich übersetzt: eine Katze eine Katze nennen)
    das Kind beim (rechten) Namen nennen
  • Chat échaudé craint l’eau froide
    (wörtlich übersetzt: Gebrannte Katze fürchtet kaltes Wasser)
    Die entsprechende Redewendung im Deutschen: Gebranntes Kind scheut das Feuer.
  • Avoir un chat dans la gorge
    (wörtlich übersetzt: eine Katze in der Kehle haben)
    Hier benötigen unsere Nachbarn über dem Rhein eine weitaus größere Kehle, denn die Wendung entspricht unserer Redewendung: einen Frosch im Hals haben.
  • Donner sa langue au chat
    (wörtlich übersetzt: der Katze seine Zunge geben)
    Auf Deutsch sagen wir: das Raten aufgeben

Kräht danach noch ein Hahn?

Zum Abschluss steht das Wappentier der Franzosen im Fokus, der Hahn.

  • Passer du coq à l’âne
    (wörtlich übersetzt: vom Hahn zum Esel kommen)
    Im Deutschen sagen wir dazu: vom 100. ins 1000. kommen.
  • Il devient rouge comme un coq
    (wörtlich übersetzt: Er wird rot wie ein Hahn.)
    Auf Deutsch sagen wir: puterrot werden
  • Vivre comme un coq en pâte
    (wörtlich übersetzt: Wie ein Hahn in Teig leben)
    Als Krönung ein Sprichwort, das ein schönes Bild über unser Nachbarland vermittelt: leben wie Gott in Frankreich.

 

Sprache ist tierisch bunt, und unterschiedliche Bilder in Redewendungen diverser Länder und Kulturen wecken auch ganz unterschiedliche Assoziationen, wie man an den illustrierten Beispielen weiter oben gut nachvollziehen kann. Selbst die Sprachen zweier Nachbarländer mit teils gemeinsamer Geschichte und ähnlicher Kultur wie Deutschland und Frankreich unterscheiden sich stark. Die Folge: Missverständnisse oder auch komische und witzige Situationen. In unserem geschäftlichen und privaten Alltag kann unsere Wahrnehmung darüber entscheiden, ob unser Gegenüber oder wir gerade ein imaginäres Erdbeben oder den Bau einer Brücke erleben.

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Der Übersetzerberuf im Wandel

Posted on: Oktober 23rd, 2023 by Frank Wöhrle

Ein Bericht aus 35 Jahren Erfahrung

Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz bestimmen immer mehr Branchen nachhaltig. Auch der Übersetzerberuf hat sich in diesem Kontext und mit der Entwicklung der Machine Translation (MT) stark verändert.

Werfen wir gemeinsam im Interview mit Fabienne Chapron einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft des Übersetzerberufs.

Dicke Fachbücher, Wörterbücher und üppige Nachschlagewerke

„Als ich vor 35 Jahren als Übersetzerin meine Karriere begann, gestalteten sich das Übersetzen und die erforderliche Recherche mühsam und aufwändig. Langsame PCs, wuchtige Bildschirme, ein Betriebssystem namens MS-DOS und Floppy Disks prägten damals den Alltag.

Mit der Globalisierung stieg das Übersetzungsvolumen unserer international agierenden Kunden über die Zeit rasant an. Auch die Vielfalt an Themen und die Komplexität der Inhalte nahmen deutlich zu. Die Entwicklung des Übersetzerberufs verläuft weiterhin extrem dynamisch, heute verändern sich Informationen in Ausgangs- und Zielsprache beinahe täglich.“

Optimales Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine

„Als Übersetzerin arbeite ich schon längst Tag für Tag mit Technik – CAT-Tools helfen uns bei jedem neuen Auftrag. Dank Digitalisierung und vor allem mittels Workflow-Automatisierung sind die Arbeitsabläufe immer transparenter und um Welten einfacher und zeitsparender zu bewältigen. Ich kann all die zahlreichen kleinen administrativen Aufgaben viel schneller erledigen und mich auf die eigentliche Arbeit, das Übersetzen, konzentrieren. Schnittstellen zu CMS- und PIM-Systemen oder zu Webportalen für In-Country Review beschleunigen heute den Übersetzungsprozess: die Sprachtechnologie hilft uns dabei, die Bearbeitungszeiten und die Aufwände zu reduzieren.

Am Ende meiner Karriere befasse ich mich nun routiniert mit Machine Translation. Mit Webinaren und anderen Fortbildungen konnte ich meine Kompetenzen um Post-Editing als wichtigen Skill des Übersetzerberufs ergänzen. Bei anständig formulierten Texten wie Pressemitteilungen und Marketingtexten liefert die maschinelle Übersetzung gute Ergebnisse. Bei technischen Texten steht die Kundenterminologie an erster Stelle; hier gilt es, die Engines vor der Automatisierung mit Kundenterminologie zu befüllen. Machine Translation ist in diesen Fällen Bestandteil des Übersetzungsworkflows, wobei ich im Post-Editing immer das letzte Wort habe.

Mit SEO-optimierten Übersetzungen verhelfe ich meinen Kunden zu höherer Sichtbarkeit im weltweiten Universum der Suchmaschinen. Auch diese Fähigkeit habe ich mir angeeignet, und bei meinem Studienabschluss im Jahre 1986 nicht im Traum daran gedacht, wie dynamisch sich meine Arbeitsweise verändern würde. Nicht nur meine eigenen Ansprüche, auch die meiner Kunden, sind gestiegen: Viele Unternehmen pflegen mittlerweile einen Styleguide, der die Verwendung relevanter Gestaltungselemente vorschreibt und regelmäßig aktualisiert wird.“

Übersetzen: Kann das nicht jeder online?

„Zum Übersetzen gehört viel mehr als ein Übersetzungstool. Beim fachgerechten Übersetzen geht es nicht um eine wortwörtliche Übertragung. Auch wenn die Technologie enorme Fortschritte gemacht hat, ersetzt sie nicht die übersetzende Person, denn nur sie hat die Fähigkeit thematisch und fachspezifisch zu recherchieren und Tonalität und Stil zu treffen. Übersetzer*innen, die spezielle Fachkenntnisse in einer bestimmten Branche haben, bringen glasklare Vorteile gegenüber Maschinen mit: je spezieller das Vokabular, desto seltener trifft die Maschinelle Übersetzung den richtigen Ton.“

Bild Fabienne Fabienne Chapron
Team Leader Translation
Magistra Artium Germanistik und Romanistik, Universität Heidelberg
Übersetzerin seit 35 Jahren
Sprachrichtung: Deutsch-Französisch
Spezialgebiete: Automotive, Maschinen und Anlagenbau, Agrartechnik

 

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Clevere E-Learning-Lokalisierung in fünf Schritten

Posted on: Oktober 5th, 2023 by Frank Wöhrle No Comments

Online-Kurse sind multimedial und interaktiv, sie sprechen verschiedene Sinne an und führen so zu einem besseren Lernergebnis. In Zeiten des selbstständigen, digitalen Lernens und Remote-Arbeitens ist E-Learning ein optimales Werkzeug zur Wissensvermittlung. Zahllose Unternehmen setzen E-Learning erfolgreich in den verschiedensten Bereichen ein, um ihre Mitarbeiter*innen weiterzubilden.

Einige Bereiche, in denen E-Learnings typischerweise eingesetzt werden:

  • Unternehmensschulung: E-Learning ist eine beliebte Methode, um Mitarbeiter*innen in neuen Fähigkeiten oder Verfahren zu schulen. Es kann verwendet werden, um Onboarding-Schulungen für neues Personal anzubieten oder bestehende Mitarbeiter*innen über die neuesten Änderungen auf dem Laufenden zu halten.
  • Compliance-Schulung: E-Learning ist auch eine gute Option für Compliance-Schulungen, beispielsweise Schulungen zu gesetzlichen Vorgaben, zu Gesundheits- oder Sicherheitsvorschriften. Es kann den Mitarbeiter*innen auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden, sodass sie in ihrem eigenen Tempo und passend zu ihrer eigenen Zeitplanung lernen können.
  • Technische Schulung: E-Learning ist eine großartige Möglichkeit, technische Fähigkeiten zu vermitteln, beispielsweise den Umgang mit Software oder die Fehlerbehebung bei Geräten. Es kann verwendet werden, um Schulungen im eigenen Tempo durchzuführen oder Live-Unterricht über Webinare oder Online-Klassenzimmer zu erteilen.
  • Soft-Skills-Training: E-Learning kann auch zur Vermittlung von Soft-Skills wie Kommunikation, Teamarbeit und Problemlösung eingesetzt werden. Diese Fähigkeiten sind oft wichtig für den Erfolg am Arbeitsplatz, es kann jedoch schwierig sein, sie in einem traditionellen Klassenzimmer zu vermitteln.
  • Akademische Kurse: E-Learning wird für die Durchführung akademischer Kurse immer beliebter. Es kann genutzt werden, um Fernunterricht für Studierende bereitzustellen, die keine herkömmliche Universität besuchen können, oder um Online-Kurse zur Weiterbildung anzubieten.
  • Lebenslanges Lernen: E-Learning kann zur Unterstützung des lebenslangen Lernens eingesetzt werden, indem es den Zugang zu Bildungsinhalten zu verschiedenen Themen ermöglicht. Dies kann für Menschen hilfreich sein, die neue Fähigkeiten erlernen oder über die neuesten Trends auf dem Laufenden bleiben möchten.
E-Learning-Lokalisierung Tutorials

Da sich die Technologie rasant weiterentwickelt, werden sich E-Learnings noch mehr verbreiten.

Um optimale Lernerfolge zu erzielen, sollten die E-Learnings in der jeweiligen Sprache der Lernenden zur Verfügung gestellt werden. Besonders bei fachlich anspruchsvollen Lerninhalten ist dies unabdingbar. Das Übertragen von E-Learning-Inhalten in eine andere Sprache kann jedoch herausfordernd sein, denn E-Learning-Übersetzungsprojekte sind komplex. Wie lassen sich die Lokalisierung optimal planen und eine hohe Übersetzungsqualität erreichen? Hier sind 5 professionelle Tipps, mit denen Ihr E-Learning-Projekt garantiert erfolgreich sein wird:

1. Wählen Sie ein geeignetes E-Learning-Autorentool

Entwickelt Ihr Unternehmen zum ersten Mal E-Learning-Inhalte, stehen Sie vor der Entscheidung, welche Software Sie verwenden werden. Es gibt eine große Auswahl an Autorentools, mit denen Sie eigene E-Learning-Inhalte erstellen können wie beispielsweise:

Die o.g. Tools bringen je nach Art der Schulungsinhalte unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Einige dieser Softwarepakete bieten die Möglichkeit, Texte für die Übersetzung automatisiert zu exportieren und danach wieder zu importieren, z.B. im Format XLIFF. Das kann sehr hilfreich sein und viel Zeit sparen!

2. Exportieren Sie die Inhalte und lassen Sie diese lokalisieren

Texte aus einem Autorentool wie Articulate Storyline können im XLIFF-Format exportiert werden – das ist ideal für die Formatierung und die Übersetzung in einem Translation Memory-System oder CAT-Tool, das von professionellen Übersetzer*innen verwendet wird.

Ein Export der Texte in Microsoft Word ist ebenfalls möglich. Das exportierte Word-Dokument enthält Preview-Bilder der Einzelseiten des Trainings, den Ausgangstext sowie Platzhalter für den zielsprachlichen Text in Tabellenform, dient aber lediglich zur Übersicht und Kontextinformation für den*die Übersetzer*in.

Wichtige Aspekte bei der Übersetzung:

  • Bestehen Sie auf das Muttersprachler-Prinzip – garantierte Sprachqualität und Berücksichtigung kultureller Besonderheiten
  • Achten Sie auf die Einhaltung Ihrer kundenspezifischen Terminologie – firmenspezifische Bezeichnungen und Abkürzungen (ggf. Glossar) in allen Sprachen
  • Bestellen Sie eine vollständige Lokalisierung – kultur- und zielgruppengemäße Anpassung aller Inhalte wie Währung, Maßeinheiten, Adressen, Schriftarten, länderspezifische Bilder und Symbole, Farbsymbolik
  • Fordern Sie den Einsatz eines Translation-Memory-Systems – bringt Konsistenz in der Übersetzung und Kostenersparnisse

3. Sorgen Sie für professionelle Untertitelung oder Voice-Over Ihrer Videos

Bei E-Learning-Kursen werden häufig eingebettete Videos verwendet. Bei der Übermittlung der übersetzten Video-Inhalte haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Optionen: Untertitelung, Synchronisation, Voice-Over…

Untertitel in unterschiedlichen Sprachen sind relativ kostengünstig zu erstellen und flexibel im Einsatz.

Entscheiden Sie sich für eine Vertonung der Video-Inhalte, legen wir Ihnen unbedingt nahe, auf eine*n erfahrene*n Sprecher*in zu setzen (Achtung bei Dialekten und Akzenten!). Berücksichtigen Sie in Ihrer Planung außerdem die erforderliche Zeit für Sprecher-Auswahl (Audioproben) und Aufzeichnung (Studiozeit). Sie brauchen DIE richtige Stimme für Ihr Projekt!

4. Importieren Sie die übersetzten Inhalte ins Autorentool

Nach der Übersetzung Ihres E-Learning-Kurses gilt es, die Inhalte in Ihre Autoren-Software zu re-importieren.

In Autorentools wie Storyline erfolgt die Textbearbeitung ähnlich wie in PowerPoint, jedoch stellt die Formatierung der gesprochenen Texte Sie möglicherweise vor Herausforderungen. Im Rahmen der Datennachbereitung empfehlen wir den Einsatz professioneller DTP-Expert*innen. Diese geben die übersetzten Texte zunächst in ein spezielles Feld ein und passen sie anschließend in enger Zusammenarbeit mit Muttersprachler*innen an, indem z. B. Pausen natürlicher Länge an den richtigen Stellen eingefügt werden. Dies sorgt dafür, dass die Computerstimme für die Trainingsteilnehmer*innen so natürlich wie möglich klingt. Um bei anspruchsvollen Begriffen wie z. B. „deaeration“ sicherzustellen, dass die Aussprache korrekt erfolgt („de-aeration“ statt „deration“), werden im Sprechtextfenster entsprechende Kennzeichnungen (z. B. mit Bindestrich oder Leerschritt) eingebaut.

5. Führen Sie abschließende Tests durch

Unabdingbar beim Erstellen eines hochwertigen mehrsprachigen Kurses sind die abschließende Prüfung und Qualitätssicherung inkl. Testläufe, mit dem Ziel einer optimalen Online-Ansicht Ihrer Inhalte. Des Weiteren werden bei diesem Schritt die korrekte Positionierung und der richtige Abspielmoment der Audios und Videos gewährleistet.

Fazit: Steigern Sie Akzeptanz und Lernerfolg durch die professionelle Bereitstellung aller Inhalte in der Muttersprache der Lernenden!

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Fünf entscheidende Tipps für die Auswahl des richtigen Übersetzungs­dienstleisters

Posted on: Mai 9th, 2023 by Virginie Wespel No Comments

1. Kaufen Sie gesteuerte Qualität ein!

Maximale Qualität im Übersetzungsprozess entsteht nur bei einem straff organisierten Qualitätsmanagement und direkten Kontakt zu den beteiligten Übersetzerressourcen. Zum Einsatz sollten ausschließlich qualifizierte Muttersprachler*innen im Zielland kommen, die entweder in fester Anstellung in den Niederlassungen des Lieferanten arbeiten oder vertraglich gebundene Freiberufler*innen.

Achten Sie auf:

  • Vollständige ISO-Zertifizierung des Gesamtunternehmens nach DIN EN ISO 9001 mit entsprechendem Qualitätsmanagementsystem.
  • Verzicht auf unkontrollierbare Unterlieferantenketten und willkürliche Auftragsvergabe über Job-Portale, stattdessen Übersetzungsproduktion „inhouse“ mit fest angestellten Muttersprachler*innen vor Ort in den Länderniederlassungen des Lieferanten oder mit gleichwertigen Freiberufler*innen.
  • Qualitätssicherung mit allgemeiner (z.B. für Terminologie- und Konsistenzprüfungen) oder speziell auf die Anforderungen des Kunden abgestimmter Prüfsoftware.
  • Optionale zusätzliche Qualitätssicherung zum Beispiel durch eine Lektoratsabteilung für Sonderthemen.
  • Weltweit beim Lieferanten definierte und gelebte einheitliche Prozess- und Qualitätsstandards.

2. Kaufen Sie Automatisierungstechnologie ein!

Eine effektive Kostenreduktion in der Übersetzungsproduktion ist nur bei flächendeckendem Einsatz automatisierter Übersetzungsprozesse möglich. Der Lieferant sollte über solche Technologie verfügen und die dazu erforderlichen IT-Spezialist*innen bereithalten.

Achten Sie auf:

  • Flächendeckenden Einsatz von automatisierter Übersetzung mit Translation-Memory-Technologie.
  • Dadurch nachweisbare Erfolge in der Reduzierung manuell zu übersetzender Textanteile bei langjähriger Zusammenarbeit. Ausschlaggebend für die Gesamtkosten eines Übersetzungsprojekts ist der Automatisierungsgrad und nicht der Wort-/Zeilenpreis.
  • Workflow-Automatisierung mit weitestgehendem Entfall manueller Prozessschritte.
  • Einsatz von KI u.a. durch maschinelle Übersetzung, idealerweise einhergehend mit einer Zertifizierung nach DIN EN ISO 18587:2017 als Nachweis für eine transparente und nachhaltige Verwendung von MT-Technologien im Rahmen der Übersetzungsprozesse.
  • Hohe technologische Kompetenz und Verlässlichkeit des Lieferanten hinsichtlich der eingesetzten Software.

3. Kaufen Sie Erfahrung ein!

Wie bei jeder akademischen Dienstleistung ist die Erfahrung der beteiligten Mitarbeiter*innen bei der Übersetzung und im Produktionsprozess ein entscheidender Faktor.

Achten Sie auf:

  • Langjährige Präsenz des Lieferanten am Markt.
  • Eine Größe von mindestens 50 (besser 100) fest angestellten Mitarbeiter*innen beim Lieferanten, die es ermöglicht, Spezialistenteams für jeden Prozessschritt einzusetzen.
  • Kontinuität in der Belegschaft und im Management des Lieferanten (geringe Fluktuation).
  • Übersetzer*innen mit langjähriger Erfahrung im von Ihnen beauftragten Fachgebiet; gegebenenfalls durch Lebensläufe oder Arbeitsproben nachweisen lassen.
  • Langjährige Zusammenarbeit des Lieferanten mit Unternehmen, die vergleichbar hohe Anforderungen stellen und in Ihrer oder ähnlichen Branchen agieren.

4. Kaufen Sie Kapazität ein!

Große und international strukturierte Anbieter können problemlos und kurzfristig neue Kunden und große Aufträge bedienen une ermöglichen kurze Ramp-up-Phasen.

Achten Sie auf:

  • Einen großen Pool an qualifizierten fest angestellten und freiberuflichen Übersetzer*innen.
  • Ein international strukturiertes Netzwerk an Auslandsniederlassungen des Lieferanten in allen Ländern, für die Sie Übersetzungen beauftragen.
  • Zentrale Projektsteuerung (Single Point of Contact) und dezentrale Produktion in den Zielländern.

5. Kaufen Sie Sicherheit ein!

Oft werden Informationen in die Übersetzung gegeben, die einen hohen Schutzbedarf haben, wie zum Beispiel zu noch nicht auf dem Markt verfügbaren Produkten, zu firmeninternen Vorgängen oder der wirtschaftlichen Situation von Unternehmen. In all diesen Fällen muss der Übersetzungsdienstleister durch technische und prozessuale Maßnahmen sicherstellen, dass diese Informationen mit der höchstmöglichen Vertraulichkeit und Sicherheit bearbeitet werden. Weiterhin muss der Übersetzungsdienstleister gegen unvorhergesehene Betriebsunterbrechungen abgesichert sein, um die Kunden reibungslos bedienen zu können.

Achten Sie auf:

  • Zertifizierungen nach ISO 27001 oder nach TISAX, die gewährleisten, dass die unternehmensinternen Prozesse des Lieferanten hinsichtlich Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität konform zum definierten Standard für Informationssicherheit gelebt werden.
  • Bereitstellung eines sicheren Kundenportals oder anderer, abgesicherter Kanäle für die Datenübertragung
  • Regelmäßige Informationssicherheits-Schulungen und Awareness-Maßnahmen für die Mitarbeiter*innen

 

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Untertitel übersetzen – so geht’s!

Posted on: Februar 1st, 2023 by star_admin No Comments

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Mit Videos werden Informationen kompakt an bestimmte Zielgruppen auf eine persönliche Art und Weise weitergegeben. Einfach und schnell wird Content vermittelt, da sowohl der Hör- als auch der Sehsinn angesprochen werden.

Interessante und kurze Videos auf Websites wecken Interesse bei potenziellen Kundinnen und Kunden und erhöhen den Traffic. Über soziale Medien wie YouTube, Facebook usw. werden jeden Tag Millionen Videos angeschaut.

Auch Ihre Videos sollten Sie nicht nur in Deutsch, sondern in unterschiedlichen Sprachen für alle Zielgruppen und Märkte bereitstellen, um eine größere Reichweite zu erzielen.

Aber wie können Ihre Videos in kürzester Zeit in mehrere Sprachen übersetzt werden?

Drei wichtige Fragen, die Sie sich stellen müssen…

1. Untertitel oder Voice-Over?

Für manche Videos sind übersetzte Voice-Over, die als zusätzliche Tonspur über die Dialoge der Originalsprache gelegt werden, am besten geeignet.

Welches für Sie der richtige Weg ist, hängt davon ab, was Sie mit dem Video tun möchten:

Wer soll das Video sehen? Welche Zielkunden möchten Sie erreichen? Auf welcher Plattform werden Sie das Video veröffentlichen? Wie hoch ist Ihr Budget?

Voice-Over ist aufgrund der benötigten professionellen Sprecherinnen oder Sprecher sowie der Studionutzung meist deutlich teurer als eine Untertitelung. Auch der Produktionsprozess dauert meist länger. Dafür wirken vertonte Videos jedoch professioneller und „wertiger“, eignen sich also besser für „wichtige“ Kommunikation mit längerer Nutzungsdauer wie zum Beispiel ein Unternehmens-Imagevideo oder ein Video als Unterstützung für einen wichtigen Produkt-Launch. Videos, die z. B. Testimonials von Anwender*innen oder Informationen zu Firmen-Events bieten und zeitlich befristet sind, bieten sich eher für Untertitelung an.

2. Quelltextvorlage?

Die „Vorlage“ für die Übersetzung von Untertiteln ist der Ausgangstext. Idealerweise enthält dieser bereits Timecodes, zum Beispiel im SRT-Format. Über diese Timecodes wird der angezeigte Text mit der gesprochenen Sprache und den Bildern des Videos synchronisiert. Falls Ihnen der gesprochene Text weder als SRT-Datei noch als Skript in Form von Word oder Excel vorliegt, kann Ihr Sprachdienstleister häufig auch das Verschriftlichen, die so genannte Transkription, für Sie übernehmen.

Dabei wird der gesprochene Originaltext abgetippt und gegebenenfalls „geglättet“: Stottern, Versprecher, Füllwörter wie „äh“ und „also“ werden entfernt und bei sehr schnellen Sprechern der Ausgangstext ggfs. leicht gekürzt, damit nicht zu viel Text in zu kurzer Zeit gelesen werden muss. Zudem wird der transkribierte Text mittels Timecodes in einzelne logische Aufnahmesequenzen unterteilt und mit dem Video synchronisiert. Wichtig ist hier also, dass der Text anhand des Bewegtbilds erstellt wird, um möglichst harmonische Übergänge zu erzielen. Die resultierende SRT-Datei kann dann übersetzt werden.

3. Quelltext-Prüfung und In-country Review

Besonders bei sehr firmen- oder fachspezifischen Videos mit vielen Abkürzungen oder Eigennamen kann es sinnvoll sein, nach der Erstellung der Textvorlage/SRT-Datei eine Quelltext-Prüfung durch den Kunden vornehmen zu lassen. Dabei können z.B. die Schreibweise von Produkt- oder Gerätebezeichnungen angepasst oder nicht zu übersetzende Begriffe definiert werden, die in allen Zielsprachen beibehalten werden müssen. So wird das Quelldokument optimal vorbereitet und ein reibungsloser Übersetzungsprozess ermöglicht. Gleichermaßen kann es sinnvoll sein, vor der Veröffentlichung einen sogenannten In-country Review mit Mitarbeiter*innen des Kunden im jeweiligen Land durchzuführen. Hierbei werden die Übersetzung und der Ausgangstext beispielsweise auf einer Web-Plattform zur Verfügung gestellt, damit die reviewenden Personen sprachliche Anpassungen an ihren Zielmarkt vornehmen können. Das garantiert höchste Zufriedenheit und optimale Wirkung des Videos.

Untertitel brauchen unbedingt gute Übersetzungen!

Manche Sprachen benötigen mehr Zeit und somit auch mehr Platz als andere, um den gleichen Gedanken auszudrücken. Für ein Video dürfen die Übersetzungen aber nicht zu lang sein, weil sie dann nicht mehr korrespondieren. Das Ziel ist, dass der Audioinhalt immer zu den angezeigten Untertiteln passt. Daher kann es erforderlich sein, die Inhalte leicht zu kürzen – ohne dass an der Aussage etwas verändert wird.

STAR Deutschland bietet Transkription von Audio- und Videodateien, mehrsprachige Untertitelung und Post-Processing sowie Voiceover durch professionelle Sprecherinnen und Sprecher. Mit viel Fingerspitzengefühl gehen unsere professionellen Übersetzerinnen und Übersetzer dabei vor, denn Ihre „Message“ muss natürlich in allen Sprachen perfekt kommuniziert werden.

Unser Workflow – Einfach und effizient

 

 

Checkliste

Wir führen Sie Schritt für schritt durch die wichtigsten Fragestellungen in Bezug auf Untertitel und Voice-Over Projekte.

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